{"id":561,"date":"2018-05-31T09:56:31","date_gmt":"2018-05-31T07:56:31","guid":{"rendered":"https:\/\/saschaberger.com\/?p=561"},"modified":"2018-10-26T17:42:49","modified_gmt":"2018-10-26T15:42:49","slug":"digitalotopia-kapitel-2-1-ein-blick-in-die-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/saschaberger.com\/en\/2018\/05\/31\/digitalotopia-kapitel-2-1-ein-blick-in-die-geschichte\/","title":{"rendered":"Digitalotopia &#8211; Kapitel 3.1 &#8211; Ein Blick in die Geschichte"},"content":{"rendered":"<p>Um die Bedeutung des aktuellen Zeitgeschehens und aktueller stattfindenden Entwicklungen besser verstehen zu k\u00f6nnen kann ein R\u00fcckblick in die Geschichte helfen. Dieser soll zeigen, warum wir uns gerade an einem besonderen Punkt in der Menschheitsgeschichte befinden und wohin die n\u00e4chsten Weichenstellungen f\u00fchren k\u00f6nnten. Fakt ist, ein Gespenst geht um in Europa und auf der ganzen Welt. Es ist die Digitalisierung. Und aktuelle Entwicklungen und Ereignisse haben das Potenzial f\u00fcr eine Revolution.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Anmerkung der Redaktion:<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\">Dieser Text geh\u00f6rt zum Buchmanuskript\u00a0<em>&#8220;Digitalotopia &#8211; Sind wir bereit f\u00fcr die (R)Evolution der Wirklichkeit?&#8221;<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><a href=\"https:\/\/saschaberger.com\/book-2\/\">&lt;&lt;&lt; zur\u00fcck zur Kapitel\u00fcbersicht<\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><a href=\"https:\/\/saschaberger.com\/2018\/05\/31\/digitalotopia-kapitel-1-die-einleitung\/\">&lt;&lt;&lt;\u00a0 vorheriges Kapitel<\/a> \/\/\u00a0 <a href=\"https:\/\/saschaberger.com\/2018\/05\/31\/digitalotopia-kapitel-2-2-entwicklungszyklen-der-geschichte\/\">n\u00e4chstes Kapitel\u00a0 &gt;&gt;&gt;<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>Derzeit wird von der <em>Industrie 4.0<\/em> bzw. der <em>vierten<\/em> <em>industriellen Revolution<\/em> in Verbindung mit der Digitalisierung gesprochen. Tats\u00e4chlich jedoch handelt es sich dabei nicht nur um eine Revolution der Industrie, sondern insbesondere auch um eine Revolution der Gesellschaft. Wenn es denn auch keine richtige Revolution gibt, so leben wir doch zumindest in einer Wendezeit und werden massive Ver\u00e4nderungen erleben. <em>Fredmund Malik<\/em>, der Wirtschaftswissenschaftler mit Forschungsschwerpunkt Managementlehre sagt im Rahmen seiner Theorie zur <strong><em>Gro\u00dfen Transformation21<\/em><\/strong><a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><em><strong>[1]<\/strong><\/em><\/a> dazu, dass <em>wir eine grundlegende \u00c4nderung von fast allem erleben werden, was wir tun, wie wir es tun und warum wir es tun.<\/em><\/p>\n<p>Neben technologischen Fortschritt haben in unserer Geschichte auch Religionen, naturwissenschaftliche sowie geisteswissenschaftliche Erkenntnisse, auch (Umwelt-)Katastrophen, Machtkonzentrationen oder Machtmissbrauch unsere Gesellschaft und Kultur seit Anbeginn der Zeit gepr\u00e4gt und mehrfach radikal ver\u00e4ndert. Die technologischen Fortschritte waren beispielsweise die Nutzbarmachung des Feuers, die Kultivierung der Landwirtschaft, die Erfindung der Schrift, der Buchdruck, die Erfindung der mechanischen Uhr sowie der Brille, die Dampfmaschine, die Elektrifizierung, und zuletzt der Computer sowie das Internet. Technologischer Fortschritt f\u00fchrt dabei in der Regel zu einer von au\u00dfen angetriebenen Ver\u00e4nderung. Die Erfindung der mechanischen Uhr ver\u00e4nderte beispielsweise grundlegend das Leben in den St\u00e4dten. Mit ihrer Erfindung war es m\u00f6glich den Tag in Einheiten einzuteilen. So gab ab dem 13ten Jahrhundert der st\u00fcndliche Schlag der Kirchturmuhren den Takt f\u00fcr Leben und Arbeit in den St\u00e4dten vor. Insbesondere die Arbeit konnte so effizienter organisiert werden. Diese Entwicklung der getakteten Zeiteinteilung setze sich sp\u00e4ter massiv bei der auf Effizienz getrimmten Industrialisierung fort. Die Erfindungen der Dampfmaschine l\u00e4utete ab ca. 1748 das industrielle Zeitalter, die sogenannte erste <em>industrielle Revolution,<\/em> ein<em>.<\/em> Damit setzte eine radikale Ver\u00e4nderung der Arbeitswelt ein. Muskelkraft wurde durch Maschinenarbeit ersetzt. Dampf- und Wasserkraft trieben die Maschinisierung voran. Aus einer Agrargesellschaft wurde eine Industriegesellschaft. Damals protestierten jedoch auch viele Menschen gegen die Industrialisierung, also gegen die damaligen Ver\u00e4nderungen. Die sogenannten <em>Maschinenst\u00fcrmer<\/em> (bzw. <em>Ludditen)<\/em> zerst\u00f6rten Maschinen oder neu errichtete Fabriken, um die Ersetzung von qualifizierten Arbeitern durch ungelernte Kr\u00e4fte zu verhindern oder um gegen Verschlechterungen der Lohn- und Arbeitsbedingungen zu protestieren.<\/p>\n<p>Ebenso f\u00fchrten ver\u00e4nderte geisteswissenschaftliche Erkenntnisse bzw. Ansichten bei Menschen h\u00e4ufig zu von innen heraus angetriebenen Umbr\u00fcchen. Vielfach wollten Menschen bestehende Strukturen auf den Kopf stellen und solche Ver\u00e4nderungen waren dann auch mit gr\u00f6\u00dferen und kleineren Aufst\u00e4nden bis hin zu Kriegen begleitet, die zum Teil Millionen von Menschenleben gekostet haben. Nicht immer waren die Weltanschauungen, die diesen Umbr\u00fcchen zu Grunde lagen, aus heutiger Sicht vertretbar, und f\u00fchrten zu tragischen Ereignissen, wie beispielsweise der Inquisition, dem Holocaust, dem zweiten Weltkrieg und auf der positiven Seite zur Aufkl\u00e4rung.<\/p>\n<p>Auch ereigneten sich Naturkatastrophen mit gro\u00dfer Ver\u00e4nderungskraft. Der Pest beispielsweise fielen im 14ten Jahrhundert ca. 25 Millionen Menschen zum Opfer. Dieses Ereignis ver\u00e4nderte das Denken der Menschen, die fortan dem Ideal \u201e<em>lebe im Diesseits und genie\u00dfe das Leben<\/em>\u201c folgten. Dies zeigte sich insbesondere in der Kunst, die fortan nackte und fr\u00f6nende Menschen zeigte.<\/p>\n<p>Im 15ten Jahrhundert kam es im Rahmen der Renaissance durch die Erfindung des Buchdrucks zu einer Wissensrevolution, da Wissen massenhaft vervielf\u00e4ltigt und daher schnell verbreitet werden konnte. Dies entsprach einer immensen Beschleunigung von Kommunikation, wie wir sie auch heute wieder durch das Internet erleben. Damals f\u00fchrte sie zu einer zuvor nie dagewesenen Beschleunigung von technologischem Fortschritt und zu einer Weiterentwicklung des Menschenbildes, den sog. <em>Renaissance-Humanismus<\/em>: \u201e<em>Die Humanisten traten f\u00fcr eine umfassende Bildungsreform ein, von der sie eine optimale Entfaltung der menschlichen F\u00e4higkeiten durch die Verbindung von Wissen und Tugend erhofften. Humanistische Bildung sollte den Menschen bef\u00e4higen, seine wahre Bestimmung zu erkennen und durch Nachahmung klassischer Vorbilder ein ideales Menschentum zu verwirklichen.<\/em>\u201c <em>Martin Luther<\/em> konnte damals durch die Buchdrucktechnik vor ca. 500 Jahren am 31.10.1517 erstmals seine <em>95 Thesen<\/em> vervielf\u00e4ltigen und massenhaft als Flugbl\u00e4tter verteilen und leitete damit die <em>Reformation<\/em> der Kirche ein.<\/p>\n<p>In den Jahren 1789 bis 1799 forderten die Menschen im Rahmen der Franz\u00f6sischen Revolution Freiheit, Gleichheit und Br\u00fcderlichkeit (libert\u00e9, \u00e9galit\u00e9, fraternit\u00e9) und pr\u00e4gten damit durch die Ver\u00e4nderung von Machtstrukturen bis heute das moderne Europa. Etwa zeitgleich begann das sogenannte Zeitalter der Aufkl\u00e4rung, in dessen Rahmen durch rationales Denken den Fortschritt behindernde Strukturen \u00fcberwunden sowie geistige und soziale Reformbewegung angesto\u00dfen wurden. Logik, Mathematik und klassische Physik pr\u00e4gten fortan das Denken. Der rationale Verstand steht bis heute im Mittelpunkt dieser Entwicklungen. Im sog. <em>versp\u00e4teten Deutschland<\/em> kam es erst im M\u00e4rz des Jahres 1848 zur richtigen Revolution, mit der das Gro\u00dfb\u00fcrgertum die Macht \u00fcbernahm.<\/p>\n<p>In der j\u00fcngeren Menschheitsgeschichte war es dann also die erste <em>industrielle Revolution<\/em> mit der Einf\u00fchrung des mechanischen und \u00fcber Lochkarten gesteuerten Webstuhls sowie insbesondere der bereits erw\u00e4hnten Einf\u00fchrung der Dampfmaschine Mitte des 18ten Jahrhunderts, die unsere Gesellschaft von einer reinen Agrargesellschaft zu einer Industriegesellschaft massiv ver\u00e4ndert hat.<\/p>\n<p>Ab ca. 1870 begann die <em>zweite industrielle Revolution<\/em> mit der Einf\u00fchrung der Flie\u00dfbandarbeit (Taylorismus und Fordismus) und der Elektrifizierung. Nach und nach wurde der elektrische Strom auch in die Haushalte gebracht. Ab den 1970er Jahren begann mit der <em>dritten industriellen Revolution,<\/em> oder auch <em>Digitale Revolution<\/em> genannt<em>,<\/em> die Automatisierung durch Elektronik und IT. Nicht intelligente Roboter und Computer ver\u00e4nderten die Prozesse in Unternehmen, Industrie und Verwaltung. Das Internet und der Personal\u2011Computer zogen in die Haushalte ein. Der Computer hat dabei nicht die Muskelkraft, sondern ma\u00dfgeblich das Denken vereinfacht es dabei jedoch nicht ersetzt. Dies m\u00fcndete zuletzt in der Verbreitung des mobilen Internets \u00fcber Tablets und Smartphones, die dann sogar in unseren Hosentaschen landeten. Technologien, die die Art und Weise ver\u00e4ndert haben wie wir arbeiten, kommunizieren und uns fortbewegen, haben bisher die gr\u00f6\u00dften gesellschaftlichen Ver\u00e4nderungsdynamiken hervorgebracht.<\/p>\n<p>Jede der erw\u00e4hnten Revolutionen hat die Art und Weise wie die Menschen gelebt und gearbeitet haben massiv ver\u00e4ndert. Und heute eben stehen wir am Beginn der <em>vierten industriellen Revolution, <\/em>bei der es sich zugleich auch um eine gesellschaftliche Revolution handelt<em>. <\/em>Die aktuelle Revolution k\u00f6nnte \u00e4hnlich radikale Ver\u00e4nderungen mit sich bringen wie die <em>erste industrielle Revolution<\/em>, bei der sich ein Wandel von einer Agrargesellschaft zu einer Industriegesellschaft vollzogen hat. Damals sind die Menschen vom Land in die St\u00e4dte gezogen und haben ihre Arbeit auf dem Feld oder als Handwerker gegen die Arbeit in Industriehallen getauscht. Bei der aktuellen Entwicklung k\u00f6nnten jedoch viele der heutigen Arbeitspl\u00e4tze ersatzlos wegfallen. Denn anders als die letzte industrielle Revolution, bei der die Automatisierung im Vordergrund stand, kann die nun entstehende <em>Industrie 4.0<\/em> in ihrer finalen Ausbaustufe durch zuk\u00fcnftig hochintelligente, autonome und autopoietische Produktionsmittel gekennzeichnet sein. Die Fabriken und Organisationen k\u00f6nnten flexibel, intelligent und selbst\u00e4ndig operieren. Produktionsmittel w\u00e4ren selbstorganisiert (Autonomie) und erneuern (Autopoiesis) sich dabei kontinuierlich selbst entgegen ihrer nat\u00fcrlichen Abnutzung. Intelligente, vernetzte, selbstorganisierte und sich selbsterneuernde Systeme k\u00f6nnten ohne, dass Menschen eingreifen m\u00fcssen, der haupts\u00e4chliche produzierende und dienstleistende Faktor der zuk\u00fcnftigen \u00d6konomie sein und menschliche Arbeitskraft zunehmend ersetzen. Durch die ebenfalls zunehmende Vernetzung k\u00f6nnen Kunden, Auftraggeber und weitere Auftragnehmer in Wertsch\u00f6pfungsketten direkter einbezogen werden. Konsumenten werden dabei zu <em>Prosumenten<\/em>, indem sie steuernd in den Produktionsprozess eingreifen oder selbst Teil der Produktionsprozesse werden. Klassische Beispiele f\u00fcr <em>Prosumenten<\/em> bzw. <em>Prosumer<\/em> sind Immobilienbesitzer, die einerseits Strom \u00fcber einen Energieversorger beziehen und andererseits selbst Solarstrom produzieren und diesen ins Netz einspeisen. Die zunehmend intelligenter werdenden Maschinen werden unsere Arbeitswelt und unser allt\u00e4gliches Leben v\u00f6llig ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Neben der technologischen und industriellen Entwicklung hatten, wie bereits erw\u00e4hnt, ebenfalls Weltanschauungen &#8211; wie Religionen &#8211; und naturwissenschaftliche Weltbilder, die die Art und Weise wie wir den Menschen und die Natur verstehen, einen ma\u00dfgeblichen Einfluss auf die Kultur und jeweiligen Epochen. So pr\u00e4gt die Entstehung des Christentums bis heute unsere abendl\u00e4ndische Kultur, ebenso wie der Buddhismus den asiatischen und der Islam den arabischen Raum bis heute pr\u00e4gen.<br \/>\nAls naturwissenschaftliche Erkenntnis hat beispielsweise <em>Nikolaus Kopernikus<\/em> (1473 bis 1543) mit seiner Revolution des bis dahin vorherrschenden geozentrischen Weltbildes und der Entdeckung, dass sich die Erde um die Sonne bewegt das Weltbild ver\u00e4ndert und einen heftigen Streit mit der Kirche ausgel\u00f6st. Dank der Entwicklung des optischen Fernrohres durch <em>Galileo Galilei<\/em> im Jahre 1608 und der daraus bis heute folgenden Entwicklung von optischen, R\u00f6ntgen- und Radiostrahlen- <em>Teleskopen<\/em> konnten die Erkenntnisse \u00fcber die Beschaffenheit und Entstehung des Kosmos weiterentwickelt werden. Seit dem 14. September 2015 k\u00f6nnen wir den Weltraum nicht mehr nur sehen, sondern ihn auch h\u00f6ren<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>. Denn erstmals konnten Forscher vom <em>Laser Interferometer Gravitational-Wave Observatory (LIGO, <\/em>dt.:<em> Laser-Interferometer Gravitationswellen-Observatorium)<\/em> in den USA den Nachweis f\u00fcr die Existenz von <em>Gravitationswellen<\/em> erbringen. Damit existiert quasi ein neues Sinnesorgan, mit dem die Bewegung des Raumkontinuums beobachtet und noch neuartigere Erkenntnisse \u00fcber die Beschaffenheit und Entstehung des Kosmos erlangt werden k\u00f6nnen. Das ist ungef\u00e4hr so als h\u00e4tten man die Welt bisher nur mit den Augen betrachten k\u00f6nnen und von nun an k\u00f6nnten man sie auch h\u00f6ren und f\u00fchlen. Dem Naturforscher <em>Issac Newton<\/em> (1642 bis 1726) gelang es zu seiner Lebenszeit die Natur besser zu erkl\u00e4ren, indem er die Gesetze der Optik und klassischen Mechanik bewegter K\u00f6rper entwickelte. Anfang der 1900 Jahre gelangen die n\u00e4chsten gro\u00dfen Durchbr\u00fcche in den Naturwissenschaften und damit ein weiterer Schritt zum Verst\u00e4ndnis der Natur und Kosmologie. Der theoretische Physiker Albert Einstein (1879 1955) entwickelte die Relativit\u00e4tstheorie mit der er die Struktur und Relativit\u00e4t von Raum und Zeit sowie das Wesen der Gravitation erkl\u00e4rte. Eine wichtige Erkenntnis dabei ist das Masse und Energie \u00e4quivalent sind und ineinander umgewandelt werden k\u00f6nnen. Dies wird mit der Formel E = m * c<sup>2<\/sup> beschrieben und ist die Grundlage aller Atomkraftwerke und leider auch aller Atomsprengk\u00f6pfe, die \u00fcber Raketen verschossen wurden. Etwa gleichzeitig entstand die Quantenphysik bzw. die Quantentheorie, bei der es im Wesentlichen darum geht, dass Energiezust\u00e4nde, beispielsweise von Atomen, nur bestimmte und nicht jeden beliebigen Wert annehmen k\u00f6nnen und somit <em>gequantelt<\/em> sind. Des Weiteren geh\u00f6ren auch der Welle-Teilchen-Dualismus, die Nichtdeterminiertheit von physikalischen Vorg\u00e4ngen und deren unvermeidliche Beeinflussung durch die Beobachtung dazu. Diese Entdeckungen gehen auf die Quantenhypothese von Max Planck (1858 bis 1947) zur\u00fcck, die notwendig geworden war, weil die klassische Physik beispielsweise bei der Beschreibung des Lichts oder des Aufbaus der Materie an ihre Grenzen gesto\u00dfen war. Die Forschungen rund um die Quantenphysik sind bis heute nicht abgeschlossen und bringen st\u00e4ndig neue technische Entwicklungen und Erkenntnisse hervor. Ebenso spaltet die Interpretation der Quantenphysik bis heute die Physikergemeinde in unterschiedliche Lager. So stritten schon Einstein und Bohr dar\u00fcber, ob es tats\u00e4chliche wie aus der Quantenphysik zu schlussfolgern ist, den nicht deterministischen Zufall gibt. W\u00fcrfelt <em>Gott<\/em>, oder w\u00fcrfelt er nicht? Experimente best\u00e4tigen jedoch, dass \u201e<em>Gott w\u00fcrfelt<\/em>\u201c. Die Welt ist nicht so deterministisch und festgelegt, wie es die Naturwissenschaftler viele Jahrhunderte gedacht haben. Der Zufall existiert, zumindest auf Ebene der Quanten, also auf Basis der Strukturen, die kleiner sind als Atome. Technische Entwicklungen, die auf der Quantenphysik beruhen sind die Grundlage unserer heutigen technisierten Zivilisation. Etwa 1\/4 des Bruttosozialproduktes geht auf Anwendungen zur\u00fcck, die auf der Quantenphysik beruhen<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>. Dazu geh\u00f6ren beispielsweise Computer, Laser, LEDs, Smartphones, Solarzellen oder Atomkraftwerke. In der Medizin sind es R\u00f6ntgenger\u00e4te, Kernspintomographen oder Magnetresonanztomographie. Die EU hat aktuell ein Milliarden Programm aufgelegt um Quantentechnologie zu f\u00f6rdern und damit einen Vorsprung auf dem Weltmarkt zur\u00fcck zu erlangen<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> den sie bei der Digitalisierung verpasst hat. Die Quantenphysik spielt technologisch und auch generell bei der Digitalisierung, \u00fcber die wir noch ausf\u00fchrlich nachdenken werden, eine wesentliche Rolle. Neue Erkenntnisse aus der Quantenforschung bringen nicht nur neue technische und digitale Entwicklungen hervor, sondern sie scheinen auch einen Schl\u00fcssel zum Verst\u00e4ndnis des Kosmos und des menschlichen Bewusstseins zu liefern. Und in der Zukunft wird es wichtig sein zu verstehen was Menschsein und das menschliche Bewusstsein von k\u00fcnstlicher Intelligenz unterscheidet und auszeichnet.<\/p>\n<p>Technologien sind grunds\u00e4tzlich neutral. Falsch genutzt k\u00f6nnen sie jedoch zu einer Gefahr werden. Die Entdeckung der Atomkraft stellt beispielsweise eine massive Bedrohung f\u00fcr den Menschen dar. Denken wir an die Atombombe von Hiroshima oder die Reaktorkatastrophen von Tschernobyl sowie Fukushima. Die Endlagerung der radioaktiven Spaltmaterialien aus den Kernkraftwerken ist eine Aufgabe f\u00fcr viele Menschheitsgenerationen. Bei der friedlichen Nutzung der Kernkraft in der Energieproduktion lag jedoch auch die Chance f\u00fcr kosteng\u00fcnstige Energie, die den Fortschritt der letzten Jahrzehnte in den Industriestaaten befl\u00fcgelt hat. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit den Digital Technologien, wie k\u00fcnstlicher Intelligenz, Robotern oder Algorithmen im Allgemeinen. Sie bieten Chancen und enthalten Risiken zugleich. K\u00fcnstliche (Super\u2011) Intelligenz k\u00f6nnte zu unseren Partnern bei der L\u00f6sung von Aufgaben und Roboter zu unseren Dienern werden oder sie k\u00f6nnten zu unseren Sklaventreibern werden, jedoch mit dem Menschen in der Rolle des fremdgesteuerten Sklaven. Der durch Technologie zum Milliard\u00e4r gewordene Elon Musk sch\u00e4tzt k\u00fcnstliche Intelligenz als gef\u00e4hrlicher ein als die Atombombe<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>.<\/p>\n<p>Digitale Technologien sowie neue wissenschaftliche Erkenntnisse \u00fcber Mensch und Natur sind die Treiber der sich beschleunigenden Ver\u00e4nderungen. Nach der <em>Franz\u00f6sischen Revolution<\/em> und der ungef\u00e4hr zeitgleich stattfinden Aufkl\u00e4rung k\u00f6nnte nun also die Zeit f\u00fcr eine neue<em> Revolution<\/em> gekommen sein. Tats\u00e4chlich w\u00e4re es jedoch nicht nur eine <em>vierte industrielle Revolution<\/em> und auch nicht nur eine franz\u00f6sische, europ\u00e4ische oder amerikanische Revolution. Es w\u00e4re auch keine Revolution der Roboter, sondern es w\u00e4re diesmal eine <strong>globale gesellschaftliche Revolution<\/strong> durch Technologie, durch die Menschen f\u00fcr die Menschen. Sie wird die Art wie wir global und lokal zusammenleben und arbeiten radikal ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Malik-management.com &#8211; <a href=\"https:\/\/www.malik-management.com\/de\/malikbooks\/navigieren-in-zeiten-des-umbruchs\/\">https:\/\/www.malik-management.com\/de\/malikbooks\/navigieren-in-zeiten-des-umbruchs\/<\/a> (abgerufen 6 Jan. 2018)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Heeren, Paul &#8211; Allgemeine Relativit\u00e4tstheorie: Schon wieder Gravitationswellen nachgewiesen &#8211; Spektrum.de (1.6.2017) &#8211; <a href=\"http:\/\/www.spektrum.de\/news\/schon-wieder-gravitationswellen-nachgewiesen\/1461769\">http:\/\/www.spektrum.de\/news\/schon-wieder-gravitationswellen-nachgewiesen\/1461769<\/a> (abgerufen 6 Jan. 2018)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Wirtschaft.com &#8211; Forscher: Drittel der Wirtschaftskraft beruht auf Quantenphysik \u2013 <a href=\"https:\/\/wirtschaft.com\/forscher-drittel-der-wirtschaftskraft-beruht-auf-quantenphysik\/\">https:\/\/wirtschaft.com\/forscher-drittel-der-wirtschaftskraft-beruht-auf-quantenphysik\/<\/a> (abgerufen 6 Jan. 2018)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Grotel\u00fcschen, Frank &#8211; Quantum Manifesto<\/p>\n<p>EU-Milliarde f\u00fcr Quantentechnologien \u2013 Deutschlandfunk (18.5.2016) <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/quantum-manifesto-eu-milliarde-fuer-quantentechnologien.676.de.html?dram:article_id=354456\">http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/quantum-manifesto-eu-milliarde-fuer-quantentechnologien.676.de.html?dram:article_id=354456<\/a> (abgrufen 6.1.2018)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Rixecker, Kim &#8211; \u201eGef\u00e4hrlicher als Atombomben\u201c: Elon Musk fordert fr\u00fchzeitige Regulierung von k\u00fcnstlicher Intelligenz &#8211; t3n (17.7.2017)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/t3n.de\/news\/gefaehrlicher-atombomben-elon-839045\/\">https:\/\/t3n.de\/news\/gefaehrlicher-atombomben-elon-839045\/<\/a> (abgerufen: 29.12.2017)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um die Bedeutung des aktuellen Zeitgeschehens und aktueller stattfindenden Entwicklungen besser verstehen zu k\u00f6nnen kann ein R\u00fcckblick in die Geschichte helfen. 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