{"id":558,"date":"2018-05-31T09:42:26","date_gmt":"2018-05-31T07:42:26","guid":{"rendered":"https:\/\/saschaberger.com\/?p=558"},"modified":"2018-10-26T17:42:41","modified_gmt":"2018-10-26T15:42:41","slug":"digitalotopia-kapitel-1-die-einleitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/saschaberger.com\/en\/2018\/05\/31\/digitalotopia-kapitel-1-die-einleitung\/","title":{"rendered":"Digitalotopia &#8211; Kapitel 2 &#8211; Die Einleitung"},"content":{"rendered":"<p>\u201e<strong><em>Digitalotopia<\/em><\/strong>\u201c ist ein Ort in der Zukunft, der so gut sein kann und wird, wie wir ihn gestalten. Doch wo ist Digitalotopia und wie k\u00f6nnen wir dorthin gelangen?<\/p>\n<p>Die Welt befindet sich aktuell mitten in einem Wandel. Wandel an sich ist zwar stetig, doch aktuell findet er massiv beschleunigt statt, die Welt scheint an einem Wendepunkt und an einem historisch bedeutenden Meilenstein zu stehen. Gro\u00dfe potenzielle Ver\u00e4nderungen und Herausforderungen stehen vor der T\u00fcr. Es sind nicht nur die bekannten Herausforderungen wie Umwelt- und Klimaschutz, Aufrechterhaltung von Frieden oder die gerechte Verteilung von Wohlstand. Sondern es sind eine Vielzahl von kleinen und gro\u00dfen Herausforderungen durch globale soziale, politische, \u00f6kologische und \u00f6konomische Ver\u00e4nderungsprozesse. Der Wirtschaftswissenschaftler <em>Fredmund Malik<\/em> sagt, es wird sich alles ver\u00e4ndern<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>: <em>Was wir tun, wie wir es tun und warum wir es tun; wie wir produzieren und konsumieren, wie wir arbeiten, wie wir lernen und forschen \u2013 und wie wir leben.<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Anmerkung der Redaktion:<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\">Dieser Text geh\u00f6rt zum Buchmanuskript\u00a0<em>&#8220;Digitalotopia &#8211; Sind wir bereit f\u00fcr die (R)Evolution der Wirklichkeit?&#8221;<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><a href=\"https:\/\/saschaberger.com\/book-2\/\">&lt;&lt;&lt; zur\u00fcck zur Kapitel\u00fcbersicht<\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\">&lt;&lt;&lt;\u00a0 vorheriges Kapitel \/\/\u00a0 <a href=\"https:\/\/saschaberger.com\/2018\/05\/31\/digitalotopia-kapitel-2-1-ein-blick-in-die-geschichte\/\">n\u00e4chstes Kapitel\u00a0 &gt;&gt;&gt;<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>Ein Haupttreiber der Ver\u00e4nderung ist die Digitalisierung bzw. sind digitale Technologien und die damit verbundenen Fortschritte in Bereichen wie Vernetzung, Big Data, k\u00fcnstliche Intelligenz oder Robotik. Die Auswirkungen werden fast alle Bereiche unseres Lebens sowie unserer Gesellschaft beeinflussen und sie treiben nicht nur eine vierte industrielle Revolution, sondern insbesondere auch einen gesellschaftlichen Wandel an. Sie f\u00fchren zu einer Ver\u00e4nderung von Kommunikation, \u00d6konomie, \u00d6kologie, Politik, Gesellschaft und unseres Selbstbildes als Menschen. Die Technologien k\u00fcnstliche Intelligenz und Blockchain zusammen mit dem bereits bestehenden Internet werden von der Bedeutung f\u00fcr das 21. Jahrhundert her vergleichbar sein mit der Nutzbarmachung des elektrischen Stroms oder der Erfindung der Dampfmaschine. Sie werden die infrastrukturelle Basis einer neuen kommenden Zivilisation bilden. Ohne sie wird zuk\u00fcnftig nichts mehr funktionieren und durch sie wird nichts mehr so sein, wie wir es bisher kennen. W\u00fcrde diese Infrastruktur jedoch einmal in Zukunft ausfallen, so w\u00e4re es genauso schlimm, als wenn heute auf der ganzen Welt der elektrische Strom ausfallen w\u00fcrde. Doch genau diese neuen Technologien, von denen wir uns aktuell zunehmend abh\u00e4ngig machen, bieten Chancen die Wirtschaft, die Politik, das Finanz- sowie Geldsystem, unser Leben und unsere Gesellschaft insgesamt humanistischer zu gestalten.<\/p>\n<p>Nach Sch\u00e4tzungen von Experten k\u00f6nnten durch die Automatisierung in den n\u00e4chsten zwei Jahrzehnten bis zu 50 % der Menschen ihre bisherige Arbeit an \u201eAutomaten\u201c verlieren. Diese Automaten in Form <em>Intelligenter Digitaler Assistenzsysteme<\/em> oder Roboter werden uns jedoch auch viele l\u00e4stige, unangenehme, komplexe, schwierige sowie gef\u00e4hrliche Aufgaben abnehmen und bei vielen weiteren Aufgaben unterst\u00fctzen k\u00f6nnen. Dadurch gewonnene Freiheit k\u00f6nnte zu einer Befreiung des Menschen vom Zwang der Lohnarbeit f\u00fchren und als Chance genutzt werden, um bisher nicht genutzte Potenziale zu entfalten und sie f\u00fcr die Gestaltung der Gesellschaft und Welt einzusetzen.<\/p>\n<p>Kommunikation findet bereits heute \u00fcber ein weltweites Netzwerk statt und wird durch digitale \u00dcbersetzungs-Bots von Sprachbarrieren zunehmend befreit werden. Die Welt wird auch dadurch zunehmend globaler. Doch bisher fehlte das echte globale Zusammenwachsen. Der aktuelle Wandel ist als w\u00fcrde das Betriebssystem unserer Gesellschaft ausgetauscht werden. Die Bedienung des neuen digitalen Betriebssystems m\u00fcssen wir jedoch erst neu erlernen, um es vern\u00fcnftig nutzen zu k\u00f6nnen. Dazu soll nicht nur beispielsweise die Einf\u00fchrung der <em>Europ\u00e4ische-Datenschutzgrundverordnung <\/em>einen Beitrag leisten, die mit guter Absicht und dennoch wirren Folgen am 25.05.2018 endg\u00fcltig in Kraft getreten ist. F\u00fcr das neue Betriebssystem ben\u00f6tigen die Menschen auch ein neues <em>\u201eMindset\u201c<\/em> und ein neues Wertesystem. Eine Bildung 4.0 ist daf\u00fcr ein wesentlicher Schl\u00fcssel. Bildung muss jedoch zuk\u00fcnftig mehr als Lernen von Fertigkeiten, Sachkompetenz oder Wissen beinhalten. Programmierunterricht und Digitalkunde werden auch nicht ausreichen, um den Wandel sinnvoll zu gestalten. Ein neuer Schwerpunkt im Bildungssystems des 21. Jahrhunderts, gleichsam einer neuen Kulturtechnik, sollte auch eine Bewusstseinskunde sein. Denn Bewusstsein ist das was uns ma\u00dfgeblich von k\u00fcnstlichen kognitiv superintelligenten Maschinen und Robotern der Zukunft unterscheiden wird. Ein starkes Bewusstsein ist auch das, was Menschen den souver\u00e4nen Umgang mit all den Informations- und Interaktionsmomenten in einer digitalisierten Welt erm\u00f6glichen wird. Au\u00dferdem scheinen nach Ansicht anerkannter Wissenschaftler der Verstand und das Bewusstsein eine weitere wesentliche Bedeutung zu haben. Nach einem neuen naturwissenschaftlichen Welt- und Menschenbild, genannt Neo\u2011Geozentrismus, k\u00f6nnte das Bewusstsein potenziell im Mittelpunkt dessen stehen, was wir als Realit\u00e4t bezeichnen. Bewusstsein k\u00f6nnte also eine wesentlichere Bedeutung neben einer blo\u00dfen kognitiven Intelligenz von zuk\u00fcnftig superintelligenten Maschinen haben. Bewusstsein hat das Potenzial zu Mehr und macht Menschsein auch in Zukunft bedeutsam!<\/p>\n<p>Satya Nadella sagte<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>: <em>\u201eWe are not pursuing A.I. to beat humans at games [\u2026] We are pursuing A.I. to empower every person and every institution that people build with the tools of A.I., so that they can go on to solve the most pressing problems of our society and our economy. That\u2019s the pursuit.\u201d<\/em><\/p>\n<p>Zuk\u00fcnftige <em>K\u00fcnstliche kognitive digitale Superintelligenz<\/em> ist nach Ansicht vieler Experten m\u00f6glicherweise die gr\u00f6\u00dfte Gefahr f\u00fcr die Menschheit und gef\u00e4hrlicher als die Atombombe. Wir k\u00f6nnen k\u00fcnstliche Intelligenz, Roboter, Daten, Algorithmen, das Internet oder auch Blockchain aber auch als gr\u00f6\u00dfte Chancen sehen, die die Menschheit je hatte. Wir k\u00f6nnen diese Digital Technologien nutzen, indem sie uns befreien, damit wir uns um unsere wichtigsten Aufgaben k\u00fcmmern k\u00f6nnen. Denn wir m\u00fcssen uns die Frage stellen, wie wir zuk\u00fcnftig leben wollen, um die dr\u00e4ngendsten Probleme unsere Gesellschaft zu l\u00f6sen. Wir alle k\u00f6nnen und m\u00fcssen zu aktiven Gestaltern der Zukunft, unserer Gesellschaft und der Welt werden. Und diese Welt beginnt bei unserem unmittelbaren Umfeld. Laut <em>Digital Manifest<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><strong>[3]<\/strong><\/a><\/em>, in dem bei <em>\u201eSpektrum der Wissenschaft\u201c<\/em> neun europ\u00e4ische Experten zu Wort kommen, stehen wir an einem gesellschaftlichen Scheideweg zwischen einer humanistischen Demokratie 2.0 und einem von Maschinen, Daten und Algorithmen dominierten Datentotalitarismus bzw. Feudalismus 2.0. Fundamentale gesellschaftliche Errungenschaften moderner Demokratien sind demnach in Gefahr. Die Weichen m\u00fcssen wir jetzt stellen, um Risiken zu vermeiden sowie die potenziellen Chancen nicht zu verschlafen, sondern sie zu ergreifen.<\/p>\n<p>Wir Menschen m\u00fcssen auch zwingend nachhaltig denken und handeln. Denn nach allem was wir wissen, bleiben der Menschheit nur noch begrenzt Zeit, um auch f\u00fcr Umwelt und Klima die Weichen richtig zu stellen. Wir m\u00fcssen auf das richtige Gleis setzen, die richtigen Entscheidungen treffen und entsprechende Ma\u00dfnahmen einleiten. Die durch die Digitalisierung entstandene Ver\u00e4nderungsdynamiken, m\u00fcssen genutzt werden, um die \u00d6koeffektivit\u00e4t unseres Handelns nachhaltig zu steigern. Es geht darum, dass unsere Umwelt und unsere Welt \u2013 der blaue Planet Erde \u2013 f\u00fcr uns auch in Zunft einen weiterhin <strong>lebensf\u00e4higen<\/strong> Raum bieten. Und es geht auch insbesondere darum, dass wir zuk\u00fcnftig in einer globalen, f\u00fcr alle Menschen <strong>lebenswerten<\/strong> Gesellschaft in Frieden, Sicherheit, Freiheit, Vielfalt und Wohlstand zusammenleben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das Buch <em>\u201eDigitalotopia\u201c<\/em> soll dazu Denkanst\u00f6\u00dfe liefern, Konzepte sowie Strategien skizzieren und einen Beitrag zu einer f\u00fcr das Digitalzeitalter vielleicht notwendigen Aufkl\u00e4rung 2.0 leisten. Denn richtig verstanden und richtig eingesetzt, k\u00f6nnen digitale Technologien uns in hohem Ma\u00dfe dienen, ja unsere Erfahrung der Wirklichkeit auf eine neue Stufe heben. Eine notwendige Voraussetzung daf\u00fcr ist jedoch die soziale, politische, \u00f6kologische sowie \u00f6konomische Dimension der anstehenden Ver\u00e4nderungen zu verstehen und daf\u00fcr gemeinsam Verantwortung zu \u00fcbernehmen. Daher werden Fragen aufgegriffen wie: Was genau verbirgt sich hinter dem allgegenw\u00e4rtigen Schlagwort \u201eDigitalisierung\u201c? Und wie treibt die Digitalisierung mit Big Data, k\u00fcnstlicher Intelligenz, Robotik, dem \u201eInternet der Dinge\u201c oder Kryptow\u00e4hrungen den gesellschaftlichen Wandel an? Welche Rolle spielt Komplexit\u00e4t und wie kann sie in einer immer komplexer werdenden Welt beherrscht werden? Auch geht es um grundlegende gesellschaftliche Zukunftsthemen sowie Fragen zur Ethik des digitalen Zeitalters. Auf der Grundlage neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und Theorien ergeben sich auch Erkl\u00e4rungsmodelle, die darlegen, was den Menschen von den kognitiv superintelligenten Maschinen der Zukunft unterscheidet, was also Menschsein \u00fcberhaupt bedeutungsvoll macht.<\/p>\n<p>Der Philosoph <em>Johann Gottfried Herder<\/em> (1744 \u2013 1803) schrieb<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a>: <em>&#8220;Der Mensch ist der erste Freigelassene der Sch\u00f6pfung; er stehet aufrecht. Die Waage des Guten und B\u00f6sen, des Falschen und Wahren h\u00e4ngt in ihm: er kann forschen, er soll w\u00e4hlen&#8221;.<\/em><\/p>\n<p>Wir Menschen haben es jetzt also in der Hand, die neuen technischen M\u00f6glichkeiten, die Digital Technologien, daf\u00fcr einzusetzen, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Die Herausforderungen m\u00fcssen dabei auf globaler Ebene gel\u00f6st und in lokales Handeln umgesetzt werden. Es liegt jetzt an uns allen die Zukunft bewusst mitzugestalten und die Weichen f\u00fcr ein <em>Digitalotopia<\/em> richtig zu stellen. Wir d\u00fcrfen es nicht verschlafen.<\/p>\n<p>Abraham Lincoln wird gerne mit den Worten zitiert:<em> \u201eThe best way to predict the future is to create it.\u201d. <\/em>Fangen wir damit also an.<\/p>\n<p>Sind wir bereit f\u00fcr die (R)Evolution der Wirklichkeit?<\/p>\n<p>Let\u2019s roo the world to make it a better place!<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.malik-management.com\/de\/malikbooks\/navigieren-in-zeiten-des-umbruchs\/\">https:\/\/www.malik-management.com\/de\/malikbooks\/navigieren-in-zeiten-des-umbruchs\/<\/a> (03.08.2018)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Mark Hachman &#8211; Microsoft&#8217;s FPGA-powered supercomputers can translate Wikipedia faster than you can blink: The world doesn&#8217;t have to long to wait for Microsoft&#8217;s &#8220;A.I. supercomputers&#8221;; they&#8217;re already here. \u2013 PCWelt (26.6.2016) &#8211; <a href=\"https:\/\/www.pcworld.com\/article\/3124486\/hardware\/microsofts-fpga-powered-supercomputer-can-translate-wikipedia-faster-than-you-can-blink.html\">https:\/\/www.pcworld.com\/article\/3124486\/hardware\/microsofts-fpga-powered-supercomputer-can-translate-wikipedia-faster-than-you-can-blink.html<\/a> (abgerufen: 20.01.2018)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Digitale Demokratie statt Datendiktatur \u2013 Digital Manifest auf Spektrum.de (Spektrum der Wissenschaft) &#8211; <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/wie-algorithmen-und-big-data-unsere-zukunft-bestimmen\/1375933\">https:\/\/www.spektrum.de\/news\/wie-algorithmen-und-big-data-unsere-zukunft-bestimmen\/1375933<\/a> (abgerufen: 21.05.2018)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.aphorismen.de\/zitat\/198943\">https:\/\/www.aphorismen.de\/zitat\/198943<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/4.0\/\" rel=\"license\"><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" style=\"border-width: 0;\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/i.creativecommons.org\/l\/by-sa\/4.0\/88x31.png?w=720&#038;ssl=1\" alt=\"Creative Commons Lizenzvertrag\" \/><\/a><br \/>\nDieses Werk ist lizenziert unter einer <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/4.0\/\" rel=\"license\">Creative Commons Namensnennung &#8211; Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDigitalotopia\u201c ist ein Ort in der Zukunft, der so gut sein kann und wird, wie wir ihn gestalten. 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